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© by Tashi R. Ghale


Projekt Schneeleoparden in Nepal

© by Rinzin P. Lama

Lama


© by Kehsab Magar


Inzwischen fanden zwei Feldaufenthalte statt, einer im Frühjahr 2019 in den Regionen Manang und Naar-Phu, ein weiterer im Herbst 2019, in der zusätzlich die Region Upper Mustang untersucht wurde. Ein erstes Ziel dieser Arbeiten war es, die ausgewählten Methoden zur Erfassung der Beutetiere des Schneeleoparden zu testen und zu optimieren sowie die Eignung eines speziell für dieses Projekt konzipierten Fragebogens über Nutztierverluste zu überprüfen. Bei den Forschungsaufenthalten sammelte das internationale Forscherteam Daten in bisher 50 „Studieneinheiten“ (jeweis 16 qkm großen Zellen). So wurden u.a. 180 Interviews mit Nutztierhaltern durchgeführt und Spuren von Schneeleoparden und deren Beutetieren entlang von Wildpfaden dokumentiert. Alleine die Gesamtlänge der im Hochgebirge gelaufenen „Transekte“  betrug rund 340 km. Insbesondere während des zweiten Feldaufenthaltes fanden die Forschungsarbeiten teils unter schwierigen Bedingungen (Ausläufer des Monsunregens, unerwarteter Schneefall) in bis zu 5.300 m Meereshöhe statt. Allerdings wurden die Forscher für Ihre Mühen mit der Beobachtung eines ausgewachsenen Schneeleoparden belohnt.

Das Projekt unterstützt zudem lokale Nutztierhalter bei der Beschaffung und Umsetzung konkreter Herdenschutzmaßnahmen. Dazu wurden mit einem Teil der Projektgelder 15 sogenannte „Foxlights“ erworben und in den Ortschaften Naar und Phu an lokale Nutztierhalter (überwiegend Yak-Halter) verteilt. Diese Foxlights sind solarbetriebene Lichtgeber, welche Schneeleoparden nachts durch das unregelmäßige Aussenden von Lichtsignalen von Nutztieren fernhalten sollen. Durch den dadurch bedingten verbesserten Herdenschutz werden gleichzeitig  die Schneeleoparden vor Vergeltungsmaßnahmen der Nutztierhalter geschützt, sodass idealerweise beide Parteien profitieren.

Nach den zwei umfangreichen Datenerhebungen in 2019 musste ein für das Frühjahr 2020 geplanter Forschungsaufenthalt aufgrund der COVID-19-Pandemie kurzfristig verschoben werden. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen um die COVID-19-Pandemie und wieder teils verschärften gesetzlichen Einschränkungen ist derzeit unklar, ob, wann und in welchem Umfang die geplanten Forschungsarbeiten in Nepal wieder fortgesetzt werden können.

Zudem konnte im letzten Jahr bereits ein wichtiger Teil der 2019 gesammelten Daten ausgewertet werden. Diese Analyse lieferte interessante Ergebnisse zur Entwicklung der Blauschaf-Population, einem der wichtigsten Beutetiere des Schneeleoparden im Projektgebiet. So scheinen die Bestände des Blauschafs hier weiterhin auf einem verhältnismäßig hohen Niveau zu sein. Außerdem war die Lebensraumwahl dieser Tiere überwiegend von ökologischen und weniger von anthropogenen Faktoren wie Wanderwegen und Siedlungen abhängig. Die mutmachenden Ergebnisse der Studie sind unter folgendem Link frei einsehbar https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ece3.6959.

Zwischen Juli und September 2020 wurden im Projektgebiet außerdem von ein-heimischen Projektmitarbeitern weitere Interviews mit mehr als 400 Haltern von Nutztieren wie Yaks, Schafen und Ziegen durchgeführt. Diese Befragungen sollen in den kommenden Monaten ausgewertet werden. Daraus erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse zur Eignung und Effektivität diverser Herdenschutz-maßnahmen, um Nutztierrisse von Schneeleoparden zu verhindern und die bedrohte Großkatze somit vor vergeltenden Tötungen zu schützen.


© by Marc Filla